Naturnahe Gärten sind ein Anziehungspunkt für viele verschiedene Vogelarten


Der Garten dient vielen unterschiedlichen Vogelarten als Lebensraum. Zu ihnen gehören unter anderem die Blaumeise, die Kohlmeise und der Vogel des Jahres 2021, das Rotkehlchen. Als Gartenvogel werden meist die Vögel bezeichnet, die man an den Futterstellen im Garten beobachten kann. Dabei ist „Gartenvogel“ gar kein wissenschaftlicher Begriff, erklärt Hans-Joachim Winter von der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft.

Natürliche Schädlingsbekämpfer

Die Vögel sind nicht nur schön zu beobachten, sondern gleichzeitig natürliche Schädlingsbekämpfer, erzählt Winter. Da sie naturbelassene Gärten vorziehen, helfen sie dort gern aus. Man müsste sie im Sommer nicht einmal füttern, weil sie selbst genug finden, erläutert Winter. So werden die Vögel auch nicht zu abhängig vom Menschen. Wer dies trotzdem möchte, sollte aus hygienischen Gründen lieber Futtersäulen aufhängen, anstatt die Körner ins Vogelhaus zu legen.


Diese wunderschöne Schafstelze bekam Hans-Joachim Winter in Langwedel vor die Linse.

Schwalben brauchen feuchten Lehm

Trinkschalen sollten regelmäßig gereinigt werden. Bei der Futterauswahl gibt es ebenfalls etwas zu beachten. Tipps dazu sind u.a. auf der Homepage des NABU zu finden. Wer die Tiere auch beim Nestbau unterstützen möchte, kann Alt- und Totholz im Garten liegen lassen und z.B. Hundehaare nach draußen bringen, da diese gern als Nistmaterial genutzt werden. Schwal­bennester werden hingegen aus Lehm gebaut. Wer ihnen helfen möchte, kann insbesondere in sehr trockenen Sommern regelmäßig etwas Lehm befeuchten. Natürlich sind auch Nistkästen sehr nützlich, aber man müsse darauf achten, dass diese stabil genug seien, erklärt Winter. Auch hierzu kann man sich beim NABU informieren.

Mitmachaktionen des NABU

Wenn man im Garten ein aus dem Nest gefallenes Küken findet, solle man es auf jeden Fall in Ruhe lassen, appelliert Winter, da sich die erwachsenen Vögel weiterhin um den Jungvogel kümmern werden.
„Gartenvögel sind ein guter Einstieg in die Ornithologie, da man sie gut auch ohne Fernglas beobachten kann“, ergänzt Winter. Gerade solche Mitmachaktionen wie „Die Stunde der Gartenvögel“ des NABU, sollen den Einstieg in das Gebiet interessanter machen. „Vögel gucken“ werde inzwischen auch bei jüngeren Leuten und Familien immer beliebter, freut sich Winter. (te)