Für die Igel heißt es derzeit „Futtern was das Zeug hält“. Denn bis die Temperaturen dauerhaft um den Gefrierpunkt liegen und sich die Tiere zum Winterschlaf zurückziehen, fressen sie sich bei Herbsttemperaturen noch den notwendigen Fettvorrat an.

Die beste Igelhilfe ist ein naturnah gestalteter Garten, bestehend aus vielen Naturelementen wie Hecken, Trockenmauern, Obstbäumen, einem Teich oder einer artenreichen Wiese. Dort tummeln sich Käfer, Regenwürmer, Schnecken und Spinnen, die die Nahrungsgrundlage von Igeln bilden. Neben den Hecken bieten vor allem „wilde Ecken“ aus Laub-, Reisig- und Totholzhaufen einen willkommenen Unterschlupf. Auch künstliche Verstecke werden gerne angenommen, und das nicht nur für den Winterschlaf. Die sogenannten Igelburgen können ohne großen Aufwand selbst gebaut werden oder sind in unterschiedlichsten Ausführungen auch im Fachhandel erhältlich.

Grundsätzlich gilt: Wer einen Igel findet, sollte ihn auf keinen Fall anfassen. „Die derzeit scheinbar umherirrenden Tiere befinden sich intensiv auf Nahrungssuche, um sich noch rechtzeitig ausreichend Winterspeck anzufressen“, erklärt Leonie Jordan von der NABU Regionalgeschäftsstelle Weser-Mitte. Auch kann es passieren, dass die Tiere in milden Wintern aufwachen und putzmunter umherlaufen. Das ist normal, kann aber für die Tiere kräftezehrend sein, denn bereits ab Mitte Oktober wird das Nahrungsangebot für Igel deutlich knapper. Zusätzliche Futterstellen können daher hilfreich sein. Es sollte qualitativ hochwertiges Feucht- und/oder Trockenfutter für Katzen mit hohem Fleischanteil genommen werden. Auch gegartes (niemals rohes), ungewürztes Rinderhackfleisch oder gestocktes Rührei können gefüttert werden. Die NABU Regionalgeschäftsleitung bittet jedoch ausdrücklich, kein Dosenfutter und keine Speisereste, Milch, Nüsse oder Obst zu verfüttern. Die Futter- und Wasserschalen sollten täglich gereinigt und Futterreste täglich entfernt werden.

Direkte Hilfe benötigen aufgewachte Winterigel nur bei Frost, wenn sie krank, verletzt oder deutlich geschwächt sein sollten. Sobald die Temperaturen sinken, werden sich die Igel andernfalls wieder in ihr Winterquartier zurückziehen.

Mehr Informationen rund um den Igel, seine Lebensweise sowie Tipps zum Igelschutz bietet die 25-seitige, farbig bebilderte Broschüre „Der Igel – Artenschutz vor der Haustür“ aus der Praxis-Reihe NABU aktiv. Die Broschüre sowie Igel Futterschalen sind in der NABU Regionalgeschäftsstelle Weser-Mitte, Strukturstraße 7, 27283 Verden erhältlich.

Foto: NABU/ Roger Cornitzius